
(Seminare und Einzelsitzungen)
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Die Nornen

Die Nornen sind Wesenheiten, die das Schicksal der Götter und der Menschen wirken. Sie sind deutlich älter als die germanisch/nordischen Gottheiten und stehen somit außerhalb der neuen Ordnung.
Die Edda nennt drei Hauptnornen, Urd, Skuld und Werdani, welche für Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart stehen. Sie sitzen am Fuße des Weltenbaums am Brunnen der Urd, durch den sie in die Welten blicken und die Auswirkungen ihrer Arbeit sehen können.
Mit ihren Spindeln spinnen sie den Schicksalsfaden und sie bestimmen die Länge und Dicke dieses Fadens. Damit sind sie die absoluten Herrinnen über Leben und Tod. Ihre Macht ist nach wie vor ungebrochen, sie sind gnadenlos und durch Opfer unbestechlich.
Sie lassen sich gerne "die drei Mütter" nennen und in der Eifel stehen immer noch die Tempel der drei Matronen, in denen die drei Mütter bis heute verehrt werden. Mitunter werden ihnen auch Opfergaben in Form von Blumen, Kerzen, Räucherungen und Obst dargebracht, um sich bei ihnen zu bedanken.
Im Sauerland kannte man die drei Bethen: Wilbeth/Bilbeth/Fürbeth (Sonne), Anbeth/Ainbeth/Einbeth (Erde) und Borbeth/Worbeth/Gwerbeth (Mond), ebenfalls als "die drei Mütter" bekannt, die es sogar schafften nach der Christianisierung bis ins Jahr 1968 als Heilige in den römisch-katholischen Kult aufgenommen zu werden (Wilbeth = hlg. Katharina, Anbeth = hlg. Anna (auch hlg. Margarethe), Borbeth = hlg. Barbara).
© Varuna Holzapfel 2009.
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